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Free your smart home

August 13, 2019 — Mischka

Fürs Camp vom Chaos Computer Club hab ich diesmal ein paar OBI Wifi-Steckdosen gekauft. Die gibts für ca. 18€ im 2er-Pack. Wie viele billige "Smart-Home"-Geräte verwenden diese eine Variante des unter Makern und Bastlern beliebten WLAN Controllers ESP8266. Problem bei diesen Billig-Geräten: sie verstehen nichts von Datenschutz und Privatsphäre. Sie werden in der Regel mit Apps der Chinesischen Hersteller gesteuert und senden, wenn sie einmal im Internet sind, viele Daten an die Server des Herstellers. Bei einer solchen Steckdose kann das der ungefähre Standort sein, sowie ob das Gerät gerade an- oder ausgeschaltet ist. Mit etwas Rechercheaufwand lässt sich die IP-Adresse bis zu einem Anschlussinhaber ermitteln. Bei einer einzigen Steckdose, die über das Internet geschaltet wird, mag das noch kein großes Problem sein. Ist das ganze "Schlaue Haus" mit solchen Wanzen ausgestattet, lassen sich Gewohnheiten ableiten und sogar (wenn es böse Absichten (oder Hackerangriffe) gibt) die Haussteuerung manipulieren.

Das Smarte Home kann durch proprietäre Software zum Alptraum werden. Ein Datenschutzalprtraum ist es bereits.

Deshalb ist es wichtig, sich auch mit dieser "Zukunftstechnologie" zu beschäftigen. Auch wenn sie von den meisten noch belächelt wird - das so genannte Internet of Things wird in näherer Zukunft einzug in unsere Wohnungen halten - und damit Hintertürchen für die Überwachung öffnen.

Zeit also, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen.

Für den verbreiteten Chip ESP8622 gibt es bereits die freie Firmware Tasmota. Diese lässt sich mit ein paar Handgriffen auf die Smarte Steckdose und andere Geräte flashen und dann in eine freie Infrastruktur einbinden.

Auf dem Camp werde ich ein paar solcher Steckdosen dabei haben. Wir werden sie öffnen, ein paar Kabel an die Platine löten um sie über einen Seriell-zu-USB-Adapter mit dem Rechner zu verbinden.

Dann kommt eine neue Firmware auf den Chip und kann getestet werden.

Tags: smart-home, ESP8622, Wifi-Steckdose, Tasmota

Lunch Break

June 18, 2019 — Mischka

Das Minigame Lunch Break wurde im Rahmen des GameJams "The Organizing at Work" auf itch.io veröffentlicht.

Du spielst einen Gewerkschaftsaktivisten, der in der Mittagspause versucht, seine Kolleg*innen von der Sinnhaftigkeit der gewerkschaftlichen Organisierung zu überzeugen. Leider ist auch der klischeehaft dicke Boss mit Anzug und Zylinder vor Ort und droht mit Entlassung sobald er von Deinen Aktivitäten erfährt.

Das Spiel bildet die Schwierigkeiten, seine Kolleginnen für die Gewerkschaft zu gewinnen sehr gut ab. Zwar ist es (in Deutschland) erlaubt während der Mittagspause auch in den Räumen des Arbeitgebers für die Gewerkschaft zu werben; viele Arbeiterinnen haben dennoch Angst, der Chef könnte davon erfahren.

So ist das Spiel letztlich ziemlich realistisch: die Organisierung der Belegschaft ist ein mühseeliger, schwieriger Prozess und Arbeitgeber bemühen sich sehr wohl, Gewerkschafter_innen das Leben schwer zu machen.

Das Spiel wurde für das Sega Mega Drive geschrieben und kann mit einem entsprechenden Emulator oder möglicherweise auf Original Hardware gespielt werden.

Tags: gaming, indiegame, itch.io, parabel, political game, sega

Try harder

May 24, 2019 — Mischka

Auch wenn liberale Ideologen es uns gerne glaubhaft machen wollen: die Möglichkeiten und Vorraussetzungen, die jeder Mensch in unserer Gesellschaft sind sehr unterschiedlich. Die meisten Studien zum Beispiel nahe, dass Bildungschancen stark Klassenabhängig sind. Gute Bildung ist wiederum Vorraussetzung für gute Jobs, die ein gutes Einkommen versprechen. Kurz gesagt: Schnaps bleibt Schnaps, Arbeiterkind bleibt Arbeiterin und Bürgersohn wird Vorstandschef.

Darüber hinaus beeinflussen Merkmale wie Herkunft, Geschlecht, Behinderung oder Gesundheit welche Stellung man in der Gesellschaft erreichen kann.

Das Spiel Try ist eine Parabel darauf. Während die NPC-Wettbewerberinnen problemlos mit wenigen Hindernissen den Aufstieg schaffen, muss die Spielerin sich um viele Ecken den Weg nach oben regelrecht erkämpfen. Für sie gibt es keine Möglichkeit zu gewinnen, denn selbst wenn sie richtig hart trainieren würde, wäre sie zu langsam um sich gegen die Wettbewerberinnen durchzusetzen.

Garniert wird das ganze mit dem Satz des Devs in der Spielbeschreibung, den auch Erwerbslose und sozial benachteiligte Menschen immer wieder zu hören bekommen:

Ahh please don't complain the game is unfair because you'll start in same conditions, if you lose is because you don't strive.

Bitte jammere nicht darüber, dass das Spiel unfair ist. Jeder beginnt unter den selben Vorraussetzungen und wenn du verlierst liegt das wohl daran, dass Du dich nicht richtig anstrengst.

Tags: gaming, indiegame, itch.io, parabel, political game

Meine Commodore 64 Story

December 03, 2018 — Mischka

Mein erster Computer war ein C64. Nach der politischen Wende hat mein älterer Bruder meine Eltern dazu überredet einen Computer zu kaufen. Meine Mutter arbeitete als Redakteuerin für eine Tageszeitung und somit war klar, dass ein Computer sehr wichtig ist :D. Also kauften meine Eltern einen gebrauchten Brotkasten mit Floppy-Laufwerk und Drucker. Dieser wurde dann aber nicht im mütterlichen Arbeitszimmer aufgebaut (dort sollte später dann ein 386er PC stehen), sondern im Kinderzimmer meines Bruders. Der war dann auch der Hauptnutzer der Kiste und es wurden Summer-, Winter- und California-Games, Maniac Masion, Börsensimulationen und was es alles gab gespielt.

c64board

Der Familiennerd war allerdings ich, der auch probierte, was man mit der Kiste noch so alles machen kann (vor allem BASIC programmieren, denn Assembler habe ich nie richtig verstanden). Nach einiger Zeit konnte ich mir den C64 unter den Nagel reißen, da mein Bruder nun zum Spielen in Mutters Arbeitszimmer (zum PC) umgezogen war.

Schon damals interessierte mich der Untergrund mehr als die kommerzielle Oberfläche, weshalb ich mir bei Stonysoft die Public bestellte und auch jede Menge PD-Disketten und Demos. Zwar war ich nie ein festes Mitglied der Szene, hatte aber ein paar Swapper-Kontakte mit denen ich regelmäßig per Post Disketten tauschte. ​

Viele von euch werden sich noch gut an den Computer Flohmarkt erinnern, eine Kleinanzeigen-Zeitschrift, die von Computerfreaks auch zur Kommunikation genutzt wurde. Im Grunde ein großes Computerforum auf Papier, bei dem man auf Antworten mindestens 1 Monat warten musste. Die C64-Rubrik wurde irgendwann so groß, dass der Verleger beschloss, daraus ein eigenes Format zu machen: Brotkasten Live. Dies wurde zwar für einge Nutzer (und wenige Nutzerinnen) ein schöner Treffpunkt, machte aber wirtschaftlich keinen Sinn, weshalb das Projekt wieder eingestellt wurde.

In meiner Enttäuschung und meinem Enthusiasmus, der mich manchmal überkommt, begann ich mit einer fotokopierten Fortsetzung "Brotkasten Light". Ein paar Exemplare müsste ich noch irgendwo rumliegen haben, falls es einen Sammler interessiert :D. Jedenfalls war das Projekt für einen Teenager etwas zu ambitioniert, so dass ich nach wenigen Ausgaben wieder aufgab.

Ich erlebte das Ende der 64er, von Magic Disk und Zzap (aus England) und als ich 19 war zog ich von Zuhause weg und mottete den C64 samt Zubehör und Diskettensammlung bei meinen Eltern auf dem Dachboden ein. (Zusätzlich gab es inzwischen auch einen KC85 mit Zubehör, den ich einem Kumpel für 20 Mark abgekauft hatte).

Jahre später holte ich das ganze Zeug nach Berlin und musste erstaunt feststellen, dass C64 und Disketten noch funktionieren. Ich konnte mich aus Nostalgischen Gründen nie von meinem Brotkasten trennen, aber er fristete lange Zeit ein Dasein in einer Kiste in der Abstellkammer. Nur manchmal holte ich ihn raus um eine Runde Giana Sisters (mein Lieblingsspiel) auf Originalhardware zu zocken.

Irgendwann gab der Brotkasten dann den Geist auf und ich besorgte mir bei E-Bay Ersatz in Form eines C64-C, auf dem ich immerhin die alten Spiele spielen konnte.

Brotkasten

Anfang des Jahres habe ich mich wieder mehr mit dem C64 beschäftigt und musste feststellen dass es nach wie vor eine lebendige Szene gibt, die sogar noch Spiele und Anwendungen entwickelt. Das hat mich sehr gefreut und ich begann, wieder tiefer einzusteigen. Ich habe in diesem Jahr 20 neue Spiele gekauft, von denen mich Sams Journey am meisten gefangen hat. Im Grunde hab ich jetzt Spiele für die nächsten zehn Jahre, denn im Alltag komme ich nicht sehr häufig dazu. Außerdem habe ich angefangen meinen Brotkasten zu reparieren, bzw. das Problem zu analysieren. Auch das zieht sich leider hin, da oft solche Dinge wie Arbeit, Partnerschaft oder Familie vorgehen.

Tags: c64, retrocomputing, commodore, vintage-computing

Level up: C64-Assembler nach c't-Art

October 24, 2018 — Mischka

Der Artikel in der c't retro legt nahe, den Cross-Compiler acme für die C64 Assemblerprogrammierung zu verwenden. Leider gibts dafür kein Binary in den Ubuntu-Quellen - und auch keins auf der Sourceforge-Website. Aber kein Problem. Linux-User können sich das C64-Devkit von cliffordcarnmo aus dem Github laden. Das enthält den ACME Compiler, sowie diverse Hilfsprogramme zum kompilieren. Zunächst gilt es das Devkit runterzuladen. Dies geht ganz einfach mit dem Befehl

git clone https://github.com/cliffordcarnmo/c64-devkit

mit cd c64-devkit

wechselt man nun in das Verzeichnis.

Um loszulegen löscht man erstmal sämtliche Inhalte der Verzeichnisse source, sprites, tables, graphics, music, charset mit dem Befehl

rm source/*
rm sprites/*
rm tables/*
...

Damit hat man nun ein leeres Projekt, in das die entsprechenden Dateien eingefügt werden können. Sämtlicher Sourcecode gehört in das Verzeichnis

source/

Da das Projekt nur aus einer Quelltext-Datei besteht, wird in diesem Verzeichnis die Datei 'main.asm' angelegt in die die Assembler-Befehle kommen.

Soviel zur Vorbereitung.... Jetzt gehts ans eingemachte. Und da beginnt bereits die Geschichte voller Widersprüche. In der c't retro ist ein Listing abgedruckt, welches weder ich, noch der Compiler verstehen:

merkwürdiges Listing

Die Bedeutung dieser Zeilen erschließt sich mir weder mit Logik noch aus dem Text. Viel eher erschließt sich die Bedeutung aus dem Quellcode von der c't-Website, welcher andere Zeilen an dieser Stelle enthält:

; BASIC-Header
    *= $0801; Ladeadresse = BASIC
    !by $0b,$08,10,0,$9e,'2'
    !by '0','6','1',$00,$00,$00

Der Reihe nach: *= $0801 ist die Startadresse für dieses Programm $0801 ist der Anfang des Basic-Speichers, hierhin wird also das Programm zunächst geladen. danach folgen eine Reihe von Bytes die übersetzt die Basic-Zeilen

10 SYS 2061

ergeben. Ein Basic-Befehl an die Speicherstelle (dezimal) 2061 zu springen und den Code dort auszuführen. Diese Zeile ist nötig, um das Programm später mit dem BASIC-Befehl run zu starten.

[Fortsetzung folgt]

Tags: assemblerkurs, retro, vintagecomputing, assembler, c64, commodore, coding, level-up

c't retro

October 24, 2018 — Mischka

Jetzt hat auch heise das Retrofieber erfasst und Vintage Computing ist Mainstream. Das sollte aber niemanden davon abhalten, sich dem Hobby intensiver zu widmen. Ich bin seit einiger Zeit dabei, meinen alten Brotkasten wieder zum Laufen zu bringen. Den Fehler habe ich leider noch nicht gefunden.

Die retro-c't ergänzt meine Sammlung an Assembler-Tutorials um ein weiteres. Ich freue mich darauf, endlich ein Spiel nachzubauen und sicher wieder etwas zu lernen. Aus dem Retro-Gamedev konnte ich leider noch nichts ausprobieren, da ein Framework für Windows-Computer genutzt wird und das Übertragen auf die C64-Assembler Linux-Tools für mich noch ein Hindernis darstellt.

Vielleicht bringt aber das c't Tutorial die nötige klarheit...

Tags: retro, vintagecomputing, retro, c64, assembler, commodore64, level-up

Level up: C64 Assembler

October 22, 2018 — Mischka

Vor kurzem hab ich angefangen mich mal mit dem Commodore64 näher zu beschäftigen. Das Gerät ist der Computer meiner Kindheit und Jugend. Damals bin ich allerdings nicht bis in die Tiefen von Speicher, Opcodes und Assembler vorgedrungen.

Nun hab ich mal wieder einiges gelesen, mir auch das Buch „Retro Game Dev c64 Edition“ zugelegt und mich in ein paar Tutorials reingelesen.

Retro Game Dev

So langsam bekomme ich ein Gefühl dafür, die das ganze funktioniert. Viele Dinge, die sich mir als Teenager nicht annähernd erschlossen haben, ergeben plötzlich Sinn.

  1. Level:

Bildschirmrandflickern... nach dem Tutorial von Cruzer

Tags: c64, commodore, vintagecomputing, coden, level-up

Audio Adventskalender Version 2

October 10, 2018 — Mischka

Für das deutschsprachige Make-Magazin habe ich meinen Audio Adventskalender nochmal auf Vordermann gebracht und ihn mit neuer, günstigerer Hardware gebaut. Heute erschien das Projekt auf der Make Website. Auf Papier ist das Ganze in gekürzter Fassung dann in der Novemberausgabe zu lesen.

Tags: diy, arduino, make, mywork