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June 06, 2022 — Mischka

Tags: linkliste, links

MEGA65 - ein moderner Homecomputer

May 30, 2022 — Mischka

Am Wochenende war mein Mega65 in der Post. Naja, eigentlich war er bereits vorher hier, aber ich war verreist und so erreichte mich das Paket erst am letzten Wochenende.

Mega65?

Vor 20 Jahren, als die Homecomputer-Ära sich dem Ende näherte, wollte die Firma Commodore nochmal durchstarten und ihrem erfolgreichsten Produkt, dem legendären C64, einen Nachfolger bescheren - den Commodore 65. Dieser sollte rückwärtskompatibel zum Erfolgsmodell C64 sein, für den es ja unmengen an Spielen und Software gab, aber einige Verbesserungen in Sachen Sound, Grafik, Geschwindigkeit und Schnittstellen mitbringen. Außerdem wurde ein nachfolger für das in die Jahre gekommene BASIC entwickelt.

Da es aber bereits würdige Nachfolger und Weiterentwickungen für den C64 aus dem eigenen Hause gab, man denke an den C128 sowie den Amiga 500, kam der C65 nie auf den Markt. Die noch existierenden Prototypen des C65 sind begehte Sammlerstücke.

Ein paar Retronerds rund um das MEGA Museum of Electronic Games & Art e.V. haben diesen Computer, den es nie zu kaufen gab, auf FPGA-Basis nachgebaut, die Firmware geborgen und repariert und erweitert und dem ganzen ein paar moderne Schnittstellen spendiert. Das Ergebnis ist der MEGA65, welcher nun meinen C64 vom Retrocomputing-Tisch vertrieben hat.

Erste Eindrücke

Der Homecomputer kommt in einer schönen, an die Commodore-64-Verpackung erinnernden Pappschachtel im Blau-Weißen Design. Die Rückseite zieren neben ein paar Screenshots auch zwei Fotos im 80er-Stil, welche Kinder abbilden, die fasziniert einen Homecomputer bedienen 😁

Die Schachtel enthält den MEGA65 Homecomputer, eine gedruckte, ausführliche Bedienungsanleitung in englischer Sprache (auch diese vom Design her stark angelehnt an die Original C64-Anleitung), sowie ein Netzteil mit internationalen Adaptern.

Äußerlich macht der MEGA65 einen sehr guten Eindruck. Das Gehäuse wirkt hochwertig, die Tastatur hat eine angenehme Haptik. Ins Gehäuse ist ein 3.5' Diskettenlaufwerk eingebaut. Weitere Schnittstellen sind: zwei DSUB-Joystick-Anschlüsse (für original-C64 Joysticks oder Mouse), ein Expansions-Port, Serial-Port (Diskettenlaufwerk und Drucker), Netzwerk-Schnittstelle, HDMI sowie VGA-Anschluss, ein Micro-SDcard-Slot sowie eine Kopfhörer-Buchse. An der linken Seite befinden sich außerdem der Netzschalter sowie ein RESET-Button. Das ganze wirkt professionell und solide.

Start

Schnell ist der MEGA65 per HDMI mit einem modernen Monitor verbunden und gestartet. Nach ein paar Fragen zur Grundkonfiguration startet eine Demo von der internen SD-Karte, welche ein paar Spiele, Demos und Programme zum ausprobieren bereit hält. Da ist jetzt nichts spektakuläres dabei, alles eher rudimentär aber zu Demonstrationszwecken ausreichend. Auf der SD-Karte sind außerdem ein GEOS (das grafische Betriebssystem des C64) sowie ein Programmiereditor für BASIC enthalten.

Der erste Eindruck ist sehr positiv. Das Gerät bedient sich gut und ich kann mir vorstellen, dass es auf der wirklich schönen Tastatur mehr Spaß macht, Programme einzugeben, als auf der wobbligen C64-Tastatur. Softwareseitig ist noch vieles in Entwicklung. Da es sich um ein Entwicklungsgerät handelt, welches noch dazu sehr limitiert erschienen ist, wird es wohl kaum ein Gaming-Überflieger werden. Aber der MEGA65 hat durchaus das Potenzial, die Lust am Homecomputing, dem ausprobieren, selbst programmieren und basteln wieder zu wecken.

Da der MEGA65 auch einen C64-Modus hat, wird er nun meinen Commodore64 auf dem Schreibtisch ersetzen.

Tags: c64, c65, retrocomputing, mega65

Dem Tod davongelaufen

January 16, 2022 — Mischka

Zugegeben, die Geschichten meines Großvaters über seine Desertation und Flucht als Wehrmachtssoldat habe ich immer mit einigen Zweifeln angehört. Nicht, dass ich sie grundsätzlich bezweifel, aber die Erinnerung erzählt doch häufiger mehr über den Erzähler in seiner Gegenwart, als über das Geschehene. Vieles erzählte hatte eine sonderbare Leichtigkeit, eine Spitzbübigkeit und zu viele glückliche Zufälle, als dass man die Geschichten als reine Wahrheit lesen könnte. Und sicherlich lässt man, wenn man seinen Enkelkindern etwas aus dem grausamen Krieg erzählt, einige Details weg, die vermutlich Alpträume verursachen oder Traumata hochkommen lassen. Die Geschichten hat meine Mutter aufgeschrieben und vor kurzem als Buch veröffentlicht (Von der Neiße an den Bug).

Umso erstaunter war ich beim Lesen der Fluchtgeschichte neun junger Frauen aus den Händen der SS. Sie entkamen kurz vor Kriegsende einem Todesmarsch aus dem KZ-Außenlager Leipzig-Schönefeld, der nur dazu diente, Beweise und Zeug*innen der NS-Verbrechen im Konzentrationslager zu vertuschen und zu vernichten.

Trotzdem der Bericht wahrscheinlich während und kurz nach der Flucht entstanden ist, klingt er sprachlich mit der gleichen Leichtigkeit wie die Geschichten meines Opas. Teilweise liest sich das Buch, wie ein Pfadfinder-Abenteuer (eine der Flüchtenden ist tatsächlich Pfadfinderin), oder ein Abenteuerroman für Jugendliche. Die grausamen NS-Verbrechen, welche die Frauen erlebt haben, werden eher beiläufig in Nebensätzen erwähnt (und einige sicher auch weggelassen). Eine getäuschte Erinnerung kann hier nicht als Grund angeführt werden. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass der Text ursprünglich einem Frauenmagazin angeboten werden sollte.

Nun erschien er auf deutsch bei Assoziation A. Er beschreibt, wie Mut, Optimismus und Schlagfertigkeit den Frauen den Weg bahnten. Wie ängstlich und duckmäuserisch die einst stolzen Deutschen angesichts der Niederlage waren und den geflüchteten teilweise halfen um irgendeinen Vorteil nach der Kapitulation zu erlangen. So bittet ein junger deutscher Leutnant der den Frauen eine Art "Passierschein" zukommen hat lassen, "Als Gegenleistung [...] Verraten sie den Amerikanern nicht zu viel von dem, was sie hier gesehen haben".

Das Buch macht nicht nur betroffen, es macht auch glücklich. Glücklich darüber, dass die Geschichte ein Happy End hat, dass die gesamte Gruppe es gemeinsam geschafft hat, am Ende den amerikanischen Befreiern klischeehaft in die Arme zu fallen ("Einer zieht ein frisches Päckchen Camel aus der Tasche, reißt es mit den Zähnen auf und bietet uns allen eine an ... Das entspricht so sehr dem, was wir uns nur in unseren albernsten und altmodischsten Träumen vorstellen konnten, daass es uns zum Heulen ist."

Suzanne Maudet: Dem Tod davongelaufen. Erschienen 2021 bei Assoziation A.

Loom (1990)

November 01, 2021 — Mischka

Ich muss so 14 oder 15 gewesen sein, wir hatten bereits die Point-and-Click-Klassiker Maniac Manson und Zack McKracken auf dem C64 gespielt. Fasziniert von dieser Art Adventures saß ich am PC im Arbeitszimmer meiner Mutter und startete Loom, ein weiteres Werk aus dem Hause Lucasfilm Games. Das Spiel zog mich in seinen Bann. Die mystische Atmosphere, unterstrichen durch die liebevoll gesteltete Pixelart und die einzigartige Spielsteuerung erzeugen beim Spieler ein wunderbar gruselndes Kribbeln.

Das Spiel hebt sich auf mehreren Ebenen von den Point-and-Click-Adventures dieser Zeit ab: es hat eine ziemlich lineare Story. Das Spiel kommt ohne dämliche Witze und absurde Rätsel aus. Und im Gegensatz zu seinen Verwandten ist es relativ schnell in ca 3 Stunden durchgespielt. Was aber wirklich besonders ist: es gibt keine Wortbefehle wie Nimm, Gib, Inventar oder Benutze. Während der Reise durch das Spiel interagiert der Spieler mit Hilfe von kurzen Tonabfolgen, die wie Zaubersprüche wirken mit seiner Umgebung und anderen Charakteren. Dem Protagonisten stehen dabei anfangs nur vier Töne auf der Tonleiter zur Verfügung. Im Laufe des Spieles lernt der Spieler sowohl neuen Tonabfolgen als auch neue Töne dazu. Zum Finale benötigt man dann eine komplette Tonleiter in C-Dur. Es empfielt sich übrigens sämtliche Abfolgen zu notieren, denn die ca 15 Zaubermelodien kann man sich unmöglich merken.

Bei Steam gibt es einen Remake, ich empfehle aber wärmstens die originale "EGA/DOS"-Version. Eine spätere Neuauflage mit Sprachausgabe, auf der die Steam-Variante basiert, wurde an einigen Stellen verfremdet und gekürzt - wohl um die Sprachdateien komplett auf eine CD zu bekommen. Allerdings wurden im Zuge dessen auch Blut und einige Close-ups, sowie wohl zu gewalttätige Szenen entfernt, wie die Website movie-censorship.com berichtet.

Das Original Spiel kann man bei Archive.org finden. Wer keinen DOS-Rechner aus den 90ern mehr hat, kann es mit der Scumm-VM spielen.

Tags: retro, retrogaming, vintage, adventure, point-and-click, gaming

The Hex

October 20, 2021 — Mischka

⛤ 💀 🎃

Da ich gerade erkältet im Bett rumhänge habe nach einem passenden Spiel für die Halloween Saison gesucht und auch eins gefunden: In The Hex kommen überflüssige, aus ihren Spielen verbannte oder abgeschobene Game-Charaktere in einer Hotelbar zusammen und erhalten die verstörende Nachricht: eine_r von ihnen plant einen Mord. Was zunächst wie ein Cluedo-Wer ist der Mörder-Point and Click Adventure aussieht, entpuppt sich schnell als absurder Thriller, eine rasante Fahrt durch klassische Videospielgenres, als versteckte Kritik an der Gaming-Industrie.

Kurz: in dem Spiel steckt mehr, als man Anfangs erwartet. Ich möchte deshalb hier garnix weiter spoilern, denn dass ständig etwas unerwartetes und unwahrscheinliches passiert, kaum dass man glaubt man hat sich aus einem Schlammassel befreit, scheint Konzept zu sein. Dabei hält das Spiel einen immer bei der Stange, du willst stets wissen, wie es weiter geht. Ich würde empfehlen: schau dir keine Streams oder Lets-Plays an, wenn du es spielen willst. Lass dich einfach überraschen!

Ich habe es vor ca. einem Jahr mit dem "Radical Justice"-Bundle auf Itch.io erhalten, aber das Spiel ist seine 10€ oder mehr wirklich wert.

the hex auf itch.io

Tags: games, gaming, halloween

Das neue Radio

April 30, 2021 — Mischka

Mein Lieblingsmensch hat ein neues Radio gekauft, es kann DAB+ empfangen und außerdem UKW (was für mein Retroherz) und Radiostreams aus dem Internet. Optisch und haptisch ist das Ding nicht so der Hit, aber es macht, was es machen soll - wenn auch die Bedienung recht umständlich ist... "neue" technische Dinge müssen wohl immer relativ umständlich zu konfigurieren sein, damit sich die technisch versierte Person im Haushalt irgendwie mächtig fühlen kann.

radio

In unserem Fall sind wir beide recht versiert im Umgang mit Technik, aber wir lieben auch einfach gute Benutzerschnittstellen. Unser neues Radio hat die nicht.

Aber: es hängt in unserem LAN, und da dachte ich mir, schauste doch mal ob mensch es nicht auch übers Netz bedienen kann. Stellt sich heraus, es gibt eine (in der Bedienungsanleitung nicht erwähnte) Weboberfläche. Dort kann man die Wifi-Creds eingeben - fragt sich nur wie man da drauf kommt solange das Radio nicht im Wifi hängt. Aber immerhin verrät sie, was im Radio steckt.

Der Hersteller Technisat hat hier nämlich nix selbst entwickelt, sondern nutzt einen Chip der Firma Frontier Smart Technologies und baut dann nur noch ein Gehäuse rundherum. Und diesen Chip nutzen anscheind hunderte so genannte "Smart Radios".

Mit diesem Wissen findet man im Netz schnell die wichtigste Information: es gibt eine REST API und ein paar Nerds haben die auch soweit dokumentiert, dass die Funktionen des Radios nun per curl-Fernbedienung zur Verfügung stehen.

Per http-Abfragen lassen sich Lautstärke regulieren, das Radio ausschalten oder Sender wählen. Einem kleinen Prank steht also nichts im Wege sofern man sich im selben Netzwerk befindet.

Das geht allerdings natürlich auch alles per App, allerdings nicht mit der kaputten von Technisat, die eigentlich nur Produktwerbung ist, sondern mit der vom Chiphersteller FrontierSmart. Ist dann aber nicht so nerdy 🤓.

Tags: radio, technik

Pocket Chip

February 02, 2021 — Mischka

PocketChip ist ein retro Taschencomputer. Leider ist das Unternehmen hinter dem kleinen Hackerbegleiter seit einigen Jahren tot - aber es gibt eine kleine Community auf reddit, die das Gerät ein wenig hegt und pflegt.

Meinen PocketChip habe ich vor kurzem rausgekramt und auf Debian 10 aktualisiert, was Softwareupdates bis 2024 verspricht. Ich habe mich dabei an dieses Tutorial gehalten:

PocketChip Debian 10

Downsides des Upgrades:

  • Das Gerät hat eine spezielle Tastaturbelegung. Diese ist nach dem Upgrade erstmal nicht mehr nutzbar. Auf der grafischen Oberfläche fixt man das mit folgendem Befehl:

    xmodmap .Xmodmap

  • Auch der Homebutton funktioniert nicht mehr richtig: er ist nun mit einem Power-Off verknüpft. Um dieses Verhalten zu beenden bearbeitet man /etc/systemd/logind.conf, indem man folgende Zeile bearbeitet:

    HandlePowerKey=poweroff

wird zu

HandlePowerKey=ignore
  • pico8 funktioniert nicht mehr, da offenbar eine lib upgegraded wurde, die pico8 in einer älteren Version benötigt. Leider habe ich noch nicht rausgefunden, wie man das fixt.

Quellen für die tweaks

Tags: pocketchip, pico8, linux, handheld

Talks vom rc3

January 03, 2021 — Mischka

hier entsteht eine Liste von Talks, die ich beim rc3 interessant fand. Die Liste wächst noch, da ich noch nicht alle Talks angeschaut habe, die ich sehen will.

Tags: c3, rc3, talks, vorträge